stud. iur. oder cand. iur.???

„Endlich scheinfrei!!!“ ruf ich. „Cool, dann kannst du dich ja jetzt cand. iur nennen!“, schallt es zurück.

Wirklich?

Wann genau wird aus dem stud. iur der cand. iur?

 

Nun, diese Frage ist – wie kann es anders sein – hoch umstritten. Darüberhinaus ist die Frage wie die zahlreichen Diskussionsbeiträge unten, die zahlreichen Aufrufe des Artikels und die etlichen Suchanfragen nach „cand. iur.“ in google, die auf diese Seite verweisen zeigen.

Hier nun die verschiedenen Meinungen:

  1. „Scheinfreitheorie“: Sobald alle „kleinen“ und grossen“ Scheine unter
    Dach und Fach sind.
  2. „strenge Scheinfreitheorie“: Sobald also zur Examensmeldung
    erforderlichen Scheine geschafft sind (also inkl. Seminar etc.)
  3. „Anmeldungstheorie“: Sobald man sich zum Examen gemeldet hat.
  4. „Zulassungstheorie“: Sobald man vom Prüfungsamt zum Examen zugelassen
    wurde
  5. (Ergänzung nach Diskussion, siehe unten:

Gut, es sollte also noch eine 5. Meinung hinzukommen:
Die sog. „Zwischenprüfungstheorie“, nach der man sich bereits mit erfolgreicher Absolvierung der Zwischenprüfung cand. iur. nennen kann.

– Dafür spricht, dass man mit dieser nicht mehr darum bangen muss, bei Nichtbestehen der Prüfungen vom Jurastudium ausgeschlossen zu werden. Denn die großen Scheine kann man so oft versuchen, wie man möchte bzw. muss.

– Allerdings ist sie in Anbetracht der Tatsache, dass weder die großen Scheine, noch alle sonstigen Zulassungsvoraussetzungen (wie Praktika usw.) erfüllt sind, nur schwer vertretbar.

Eine herrschende Meinung hat sich noch nicht gebildet.
Welche Argumente sprechen denn für Anmeldungs- und Zulassungstheorie?

Fazit: Es muss wohl noch eine Menge Zeit in den Semesterferien mit der Seminararbeit und dem Praktikum verbracht werden, bis der stud. zum cand. iur wird.

Quelle: http://groups.google.de/group/de.soc.recht.misc/msg/1ebda40ee81fcf

Nachtrag:

Mittlerweile ist der Streit für mich obsolet, da ich ja jetzt „ref. iur.“ bin???

Obwohl hier könnte man schon wieder „ein Faß aufmachen“:

– Die Bezeichnung ref. iur. darf man mit der erfolgreichen Ablegung des ersten Staatsexamens tragen, da dies zum Referendariat befähigt.

– Die Bezeichnung ref. iur. ist für wissenschaftliche Mitarbeiter / Promotionsstudenten nicht angebracht, wenn diese mit dem Referendariat noch gar nicht angefangen haben (noch keinen Gerichtssaal von innen gesehen haben)

Na, wie denn nun?

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21 Kommentare zu “stud. iur. oder cand. iur.???

  1. Studierend (stud.) ist man vor Absolvierung des Vordiploms, Candidat (cand.) nach erfolgreichem Absolvieren desselben. Zumindest im Wi-Ing oder Mathematik 😉

  2. Gut, es sollte also noch eine 5. Meinung hinzukommen:
    Die sog. „Zwischenprüfungstheorie“, nach der man sich bereits mit erfolgreicher Absolvierung der Zwischenprüfung cand. iur. nennen kann.

    – Dafür spricht, dass man mit dieser nicht mehr darum bangen muss, bei Nichtbestehen der Prüfungen vom Jurastudium ausgeschlossen zu werden. Denn die großen Scheine kann man so oft versuchen, wie man möchte bzw. muss.

    – Allerdings ist sie in Anbetracht der Tatsache, dass weder die großen Scheine, noch alle sonstigen Zulassungsvoraussetzungen (wie Praktika usw.) erfüllt sind, nur schwer vertretbar.

    Eine herrschende Meinung hat sich noch nicht gebildet.
    Welche Argumente sprechen denn für Anmeldungs- und Zulassungstheorie?

  3. @Christian: Als Referendar kann man natürlich gemütlich über solchen Fragen schweben…

    Ich würde sagen, dass die Grenze am Beginn der Examensvorbereitung liegt. Zu diesem Zeitpunkt sollte(!) man alles schonmal gehört haben und sich bloß noch mit der Wiederholung und Systematisierung befassen. Man strebt also nicht mehr nach neuem Wissen, sondern versucht seine Chancen im Examen zu erhöhen.

    Peinlich wird es, wenn man „cand. iur.“-Examensprobeklausuren liest und die Bearbeiter nicht den Unterschied zwischen Anfechtungskl. und FFKl. kennen.
    Nicht jeder, der meint er müsse sich nach den Scheinen aufs Examen vorbereiten, sollte das cand. iur. nutzen. Insoweit muss ich Nr. 7 beipflichten: Wer’s braucht…bitteschön.

  4. @Christian: Halleluja, sehe ich genauso!!! Was ändert sich, ob ich stud. oder cand. iur. bin? Nichts! Diesen Streit haben sich so ein paar Eierköpfe ausgedacht, die keinen Spaß am Leben haben und auch sonst nichts auf die Reihe bekommen. Wer sich daran aufgeilt und sich mit dieser Frage ernsthaft beschäftigt, was er jetzt auf sein Deckblatt schreibt, muss echt ein ganz kleines Licht und eine ganz arme Person sein. Wer sich jetzt angesprochen fühlt, sorry Jungs, ist nichts persönliches gegen Euch, sollte vielleicht einfach mal raus in die Natur gehen oder sich ´ne Freundin suchen! Glaubt mir, dann habt ihr dieses „Problem“ nicht mehr.

  5. Habe den Titel stud.jur. selbst noch nie auf irgendwelchen Deckblättern oder dergleichen verwenden müssen, von daher stellt sich der Streit bei mir auch nicht …

  6. Naja…. ich bin vertreter der Aussenwirkungstheorie: Wie es rüberkommt, hängt schon bisschen davon ab, ob man cand.iur. oder stud.iur. ist….. 🙂

    cand.sud.iud. UNI MANNHEIM

  7. Ich vertrete die „Möchte-gern-Theorie“: Möchte gern Eure Probleme haben… Viele Grüße aus dem ersten Semester LL.B. 😉

  8. Hey, bei uns wird von Anfang (1.VL-Woche) bis Ende (dH bis das der ref.iur hinzukommt) von Seiten der Uni immer die Anhrede Herr/ Frau stud.iur verwendet. Von einem Cand.iur habe ich offen gesagt auch hier erst zum ersten mal gehört und entwickle damit die

    „Gewohnheitstheorie“
    Es wurde noch immer so gemacht – warum ändern

    Tim, UNI Trier

    pS ich lasse den Titel weg, da ich nach der Zwischenprüfung aber vor den großen ZR-scheinen stehe und es damit strittig ist ob ich jetzt stud oder cant sein soll

  9. In der Schweiz ist man bis zum Bestehen der grossen Prüfung nach dem ersten Jahr stud. ( med. / iur. ) und danach gilt man als cand. ( med. / iur. ) und erhält z.B. im medizinischen Studium auch diesen Ausweis. Ein cand. bezeichnet also in dem Sinne den „Kandidaten“, nachdem er eine erste Leistung nachgewiesen bestanden hat und somit als möglicher Mediziner oder Jurist in Frage kommt.
    Liebe Grüsse aus der unkomplizierten Schweiz 😉

  10. Kleiner Hinweis an alle, die sich cand. iur. nennen wollen: das ist ein ausländischer akademischer Grad und darf daher nur von denen getragen werden, die im Ausland diesen Grad erworben haben. Wer den ohne diesen Erwerb trägt macht sich strafbar, gem. § 132 a StGB.

    Außerdem ist das doch total egal, oder? Denn mal ehrlich: was bringt es cand. iur. oder stud. iur. auf ner Visitenkarte zu tragen? Im Zweifel ist es sogar eine Täuschung darüber einen akademischen Grad zu haben, da der Durchschnittsbürger – und von dem ist ja dann auszugehen – dies als akademischen Titel erkennt.

  11. die letzte antwort ist leider völlig haltlos, weil nun einmal cand.iur oder ähnliche cand.nn keine akad. grade sind, sondern ganz gewöhnliche abkürzungen im universitätsalltag. nach §132a StGB würde fallen, wenn ich mich bespw. dipl.sozialtherapeut nennen würde. faktisch gibt es diesen titel nicht, aber dort besteht durch das dipl. die täuschungsgefahr. was will man bei cand. oder stud. täuschen, wenn man es ist. allerdings ist nur die verwendung im studienalltag gängig (bei den unis, die es nutzen) und außerhalb wo mehr als überflüssig…

  12. Es lebe der Titelwahn! Ich glaub mich fast in der Schweiz… (http://latrinum.wordpress.com/2010/08/31/eidgenossisch-diplomierte-titelei)

    Fast ernsthaft gefragt: Fühlt man sich eigentlich viel oder nur etwas besser als cand. denn als stud.? Und noch etwas besser als ref.? Ich bin gespannt, wie es weitergeht: Ist das absolute Glück mit einem Dr. ereicht? Dr. mult.? Oder erst beim habil.? Generalbundesanwalt? Verfassungsrichter? Am meisten Ruhm und Ehre wartet allerdings doch wohl erst posthum auf einen. Auch schade, oder?

    Jedenfalls Glückwunsch zum ersten von vielen möglichen Titeln. Mir haben meine (bisher) nichts genützt. Ich fühle mich wie eh und je. Hab ich was falsch gemacht? 😉

  13. Also ich kenn das nur, das man von stud. auf cand. mit der Examensanmeldung wechselt, zumindest bekommen wir erst dann das cand. auch auf die Studienbescheinigung gedruckt.

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